Ein Lied fällt vom Himmel - Der Sudetendeutsche Heimatkreis Komotau

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Ein Lied fällt vom Himmel

Das Jahr 2018 > Weihnacht 2018
Die "Stille Nacht- Kapelle" steht
heute an der Stelle der einstigen Kirche.
Ein Lied fällt vom Himmel
Die Geschichte des Liedes "Stille Nacht"
von August Schmitt (Willibaldsbote Eichstätt),
Wikipedia und eigenen Ergänzungen

Man schrieb das Jahr 1818. Das Salzbur-
ger Land war seit Wochen tief eingeschneit.
Im Marktflecken Oberndorf an der Salzach.
im Flachgau, hart an der Grenze gegen
Oberbayern zu, saß in der Nacht vor dem
Heiligen Abend der Kaplan Joseph Mohr
in seiner Studoerstube über der Weihnachts-
predigt. Vor ihm lag aufgeschlagen die
Bibel mit dem Text des Weihnachtsevan-
geliums. Er las die bedeutsamen Worte,
die er lang auswendig kannte, Zeile für
Zeile langsam durch. Jene Heilsbotschaft.
die die verzweifelte Welt immer wieder
tröstet und aufrichtet: `Siehe. ich verkün-
dige euch große Freude. die allem Volk
widerfahren wird ...'
Er schlug die Bibel zu, legte einen Buchen-
klotz aufs Feuer und trat ans Fenster. Die
ersten Sterne zogen auf. Er öffnete das
Fenster. Welch majestätische Stille ringsum!
Der junge Geistliche drückte die verschränk-
ten Hände auf die Brust, als könnte er das
Glück dieser Stunde festhalten, das er im
Herzen trug. .Stille Nacht. heilige Nacht!‘
lm Selbstgespräch hatten sich seine Lippen
bewegt. -Stille Nacht, heilige Nacht!“ wie-
derholte er. Dann schloß er das Fenster,
trat an seinen Tisch und legte sich einen
Bogen Papier zurecht.
Eine Stunde später war der Kerzenschein
in der Studierstube Joseph Mohrs erlo-
schen. Er machte sich, während das singen
und Klingen in seinem Herzen ihn beglei-
tete, auf den Weg nach Arnsdorf, wo sein
um fünf Jahre älterer Freund, der Lehrer
und Organist Franz Gruber, wohnte. Als
dieser dem unverhofften Gast aus dem
schneenassen Mantel geholfen hatte, reichte
der Kaplan dem Freund ein beschriebenes
Blatt Papier. Du meinst, Joseph?‘
Ja, Franzl, ein Lied sollst du draus machen,
zweistimmig, wie wir schon manches gesun-
gen haben - mit einer Begleitung dazu.
Aber die Orgel’,wirft Gruber ein, sie will
gar nicht mehr stimmen.

Mohr antwortete darauf:
"Begleitest halt auf der Gitarre! Das gött-
liche Kind wird's uns wohl net verübeln,
denk ich, wenn wir's ausnahmsweise ohne
die Orgel probieren. Ob wir's noch bis zur
Christmette schaffen, was meinst?“
Gruber hatte schon das Instrument von
der Wand genommen und ein paar Akkorde
gegriffen.
Ein paar Stunden später schrieb
er die Stimmen des fertigen Liedes aus.
In der Christmette erklang dann zum er-
stenmal das innige „Stille Nacht. heilige
Nacht ...l' Joseph Mohr, der Dichter, sang
mit seinem hellen Tenor die erste Stimme.
der Baß des Komponisten schmiegte sich
wohlklingend an. Sängerinnen des bäuer-
lichen Kirchenchores verstärkten. Von der
begleitenden Gitarre getragen. Die männ-
lichen Solostimmen. Es wird erzählt, daß
von den Bauern noch die wenigsten eine
Gitarre gesehen und gehört hatten. Die
Lauschenden ahnten nicht, daß dieses
Lied dereinst um den ganzen Erdball wandern sollte.

Es hat Jahre gedauert. bis das Lied „er-
kannt“ und zum Gemeingut des Volkes
wurde. Erst 18 Jahre nach seiner Urauf-
führung wurde es in Leipzig veröffentlicht:
Erst danach trat es seinen Siegeszug an.
Auswanderer nahmen es als ein Stück
Heimat mit, bis es in allen Ländern und
Zonen heimisch gesungen wurde.

Joseph Mohr starb im Alter von 56 Jahren
(1848) als Vikar zu Wagrein im Pongau.
Franz Xaver Gruber, der zuletzt Chorregent
an der Stadtpfarrkiche zu Hallein war, er-
reichte ein Alter von 76 Jahren. Das Anden-
ken der beiden Freunde ehrt u. a. eine
Gedenktafel am Schulhaus in Arnsdorf, die
unter den Bildnissen die Worte trägt: „Stil-
le Nacht, heilige Nacht / Wer hat dich, o
Lied gemacht? / Mohr hat mich so schön
erdacht. / Gruber zu Gehör gebracht. /
Priester und Lehrer vereint.“

Der Dichter Karl Heinrich Waggerl hat in
seiner Heimat in Wagrein. dem letzten
Wirkungsort Mohrs eine „Joseph-Mohr-
Gesellschaft“ gegründet. die das Andenken
an die unsterblichen Schöpfer des Weih-
nachtsliedes wachhalten will. Anstelle der
altersschwachen Orgel, auf der noch Joseph
Mohr gespielt hat, wurde vor Jahren in
Wagrein eine neue Gedächtnis-Orgel in
Verbindung mit einer Joseph-Mohr-Schule
eingeweiht.
Wie so manches Lied. das zum Volkslied
wurde, hat auch unser vertrautes „Stille
Nacht...“ seine ursprüngliche Melodie im
Flußbett der Zeit etwas abgeschliffen. Die
Abweichungen von der Originalmelodie
Grubers sind aber nur geringfügig, zeigen
jedoch, wie man im Volk eine Melodie ‚ver-
arbeitet“. Das Lied Joseph Mohrs und Franz
Grubers kam aus frommen. demütigen
Herzen. Es wird, solange Menschen unterm
Christbaum die Geburt des Eriösers feiern,
klingender Ausdruck der reinsten Weih-
nachtsfreude bleiben.

„Stille Nacht. heilige Nacht‘ gilt weltweit
als das bedeutendste Weihnachtslied und
als Inbegriff des Weihnachtsbrauchs im
deutschen Sprachraum. Die UNESCO hat
es als immaterielles Kulturerbe in Öster-
reich anerkannt.

Text und Melodie des Liedes waren etwas anders,
als sie heute gesungen werden. Die zweite
Strophe war die sechste, die dritte war die zweite.
Original Gesang, wie 1818 an Heiligabend
aufgeführt, mit Tenor, Baß und Gitarre>>>>>
nur einen Sound anklicken>>>>>

Stille Nacht, heilige Nacht!
Gottes Sohn! O wie lacht
Lieb aus seinem göttlichen Mund,
da uns schlägt die rettende Stund,
Jesus in deiner Geburt!

Stille Nacht, heilige Nacht!
Die der Welt Heil gebracht! -
Aus des Himmels goldene Höh’n
uns der Gnaden Fülle läßt seh'n
Jesus in Menschengestalt!

Stille Nacht. heilige Nacht!
Wie sich heut alle Macht
väterlicher Liebe ergoß
und als Bruder huldvoll umschloß
Jesus die Völker der Welt!

Stille Nacht, heilige Nacht!
Lang uns schon bedacht.
als der Herr. vom Grimme befreit,
in der Väter urgrauer Zeit
aller Welt Schonung verhieß!

Stille Nacht, heilige Nacht!
Hirten erst kundgemacht.
Durch der Engel Halleluja
tönet es laut von fern und nah:
Jesus, der Retter, ist da!

Das Lied wurde in etwa 300 Sprachen
übersetzt, darunter alle Weltsprachen
Zeichensprachen und verschiedene Dialekte.
„Stille Nacht. heilige Nacht“ gilt weltweit
als das bedeutendste Weihnachtslied und
als Inbegriff des Weihnachtsbrauchs im
deutschen Sprachraum. Die UNESCO hat
es als immaterielles Kulturerbe in Öster-
reich anerkannt.

In diesem Jahr 2018 wird Stille Nacht
am Heiligabend 200 Jahre alt.
Singen wir es doch zum Lob und Ruhme
des Kindes in der Krippe.
Hier klicken>>>>>>>>>
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