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Das Grundtal - Kopieren - Der Sudetendeutsche Heimatkreis Komotau

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Das Grundtal - Kopieren

Die Stadt Komotau
Auto von A. und F. Heeg
bei der Talsperre
Liebe Landsleute, heute geht es auf Schusters Rappen in eines der schönsten Erzgebirgstäler, ins Grundtal. Das Grundtal durchfließt der Komotauer Bach oder Assigbach. Der Weg führt von Komotaus Stadtmitte über den Deutschherrenplatz, über Oberdorf bis in das Tal hinein und zuletzt zur alten Komotauer Talsperre.

Wir beginnen unsere Wanderung in den30 er Jahren des vergangenen Jahrhunderts, am Marktplatz an der uralten Katharinenkirche. Die Kirche war damals schon wegen Baufälligkeit geschlossen.Das große Haus neben der Kirche ist die"Kreditanstalt der Deutschen".
Wir biegen nach Westen in die Frohngasse, an der Rückseite der Katharaninenkirche vorbei auf einen kleinen Platz . Ort steht das größte Hotel der Stadt, das Hotel Scherber. Als Buben haben wir dort immer an der Pforte geläutet und sind dann in sicherer Entfernung in Deckung gegangen. Der Portier hat dann mächtig geschimpft.
Wir kommen dann zum Assigbach mit der Nepomukbrücke.
Im 2.Weltkrieg hat dort ein verirrte Flakgranate dem Nepomuk den Kopf abgerissen. Wir bleiben auf der (linken) Bachseite. Dort ist das Gasthaus Kriminelle. Als Schulbuben haben wir vom "Frauenbund" zur hl Kommunion das Mittagessen und nachmittags Kaffee und Kuchen bekommen (Zu Hause gab es keine Kommunionfeier).In einem Saal der Wirtschaft war auch eine Zeitlang die Stadtbücherei untergebracht. Nach dem Krieg hat unsere Mama dort gearbeitet. Neben dem Gasthaus ist eine alte Brauerei. Im Hof dieses Anwesens war dann der Fototermin für uns Kommunionkinder mit Lehrerin.
Wir gehen die Kastanienallee entlang durch die Deutschherrnstraße zum Deutschherrnplatz.
Am Deutschherrnplatz gehen wir nach Nordwesten in die Sandgasse. Dort kommen wir wohl zur Idyllischten Partie der Wanderung. Eine alte Steinbrücke führt über den Assigbach zur Bahnhofstraße. Im Sommer war der Bach fast trocken und man konnte borfissich n den Wassertümpeln herumpatschen.n der Sandgasse versperrt uns die Papierfabrik den Weg. Wir weichen über die Schieferstraße aus und kommen zur Oberdorfer Straße.An einer weiteren Brücke führt eine Straße steil bergan zu Brauerei und Leipziger Straße. Wir gehen aber weiter entlang am Bach entlang zur Grundtalstraße.
Dort ist der älteste Teil des Oberdorfes. Rechts der Exerzierplatz (etwa 15 Fußballfelder groß). Im Krieg war dort eine Einheit der Kitzinger Flak stationiert. Der Hauptmann, der das Ritterkreuz bekam, war später ein Arbeitskollege von mir in Würzburg
Dann die Drahtstiftenfabrik Heeg . Am Werktage hört man das Tack-Tack -tack de Maschinen, die Nägel von Draht herstellen. Hier beginnt das Grundtal
Etwas nördlich sind, vom Bach gespeist Forellenteiche. Auf sumpfigen Wiesen quaken Frösche. Auf der westlichen Bachseite führt die Hauptwasserleitung von der Talsperre zum Wasserwerk am Schönlindner Berg. Dort wird das Wasser in schneeweißem Sand gefiltert.
In Flußrichtung rechts wird ein Mühlgraben durch die Stadt geführt.Der beginnt an den Fischteichen. Der Mühlgraben führt das ganze Jahr reißendes Wasser, auch wenn der Bach in der Stadt fast ausgetrocknet ist.Die Anwohner des Baches benutzen das Wasser zu Gartengießen und zum "schweifen" (spülen) der Wäsche. Nach der Stadt wird der Graben  wieder in den Bach geleitet. Wir überqueren den Bach zu einem Waldweg im Tal. Auf einem sonnigen Wurzelstock liegt zusammengerollt eine Kreuzotter.
Wir gehen vorsichtig vorbei und kommen nach etwa 2 km zur 1. Grundmühle (Kleinmühle). Es ist ein Sägewerk mit vom Assigbach angetriebenen Maschinen. Für Wanderer nicht gut bewirtschaftet. Ein Glas Milch mit Butterbrot ist wohl zu haben. Im sandigen Wiesenweg schlängeln sich die Blindschleichen. Eine Brücke führt über den Bach zum Schmidt Denkmal. Es wachsen dort bunte Lupinen und vielfarbige Schmetterlinge tummeln sich darauf. Zurück über die Brücke zum Waldweg. Im Bach schwimmen Forellen und schnappen nach Brotbrocken, die wir ins Wasser werfen. Auf sonnigen großen Steinen huschen Eidechsen und verstecken sich vor uns. Nach etwa 1 km kommen wir zur 2. Grundmühle (Zeinmühle). Dort ist ebenso wie in der 1. Grundmühle wenig Betrieb für Wanderer. Weiter geht`s auf dem Waldweg. In Kuhfladen krabbeln Mistkäfer und drehen ihre Pillen. Ja, Skarabäen gibt es nicht nur in Ägypten.
Unweit der ersten Grundmühle stand an der Grundtalstraße das Schmidt Denkmal
Professor Schmidt war der erste Obmann des Erzgebirgsvereins. Er verunglückte im Jahre 1895 tödlich am Triglav dem höchsten Berg  Sloweniens.
Von diesem schönen Gedenkstein des Alois Schmidt ist heute nur noch ein Fragment vorhanden
Das Grundtal ist heute nach dem tschech. Dichter Petr Becruz benannt. Beziehung hat dieser keine zum Grundtal
Nach einer halben Stunde erreichen wir die 3. Grundmühle (Dörnmühle). Dort ist ein guter Wirtschaftsbetrieb mit Tischen und Bänken im Freien. Wir überqueren wieder den Assigbach und laufen auf der Straße weiter. Nach einigen Metern geht rechts der Weg zur Talsperre ab. Hier beginnt das Gröllbachtal, aber auch Neuhauser Flößbachtal genannt. Es geht stetig bergan. Etwas tiefer im Wald weiß ich eine Stelle, wo Eierschwomme (Pfifferlinge) wachsen. In wohlweißlich mitgenommenen großen Taschentüchern packen wir diese köstlichen "Schwomme" ein.
Die werden am Abend mit Butter, Salz und Kümmel "gepregelt". Dazu Brot, hmmm.
Zurück auf den Weg kommen wir bald zum Forsthaus an der Talsperre. Eichhörnchen tummeln sich auf den Bäumen und plötzlich ist die Sicht frei:
Wir sehen die Talsperre. Schier endlos hoch ist die Staumauer. Auf der Krone ein begehberer Weg. Auf der rechten Seite ein Überlauf für "zuvieles" Wasser. Das fließt über eine Treppe zu Tal.
Beim Bau der Sperre war nach Fertigstellung wohl ein großer Anfall von Wasser. Man hat das Werk frühzeitig geflutet und einen Teil der Feldbahngleise im Stausee zurückgelassen. Auf der einen Seite des Sees ist das Wohnhaus des Wärters der Anlage. In der Mitte der Staumauer ist das gleiche Häuschen zu sehen, wie die Gebäude am Schönlindner Berg. Ein Gegenstück an der Staumauer- der Beginn der Wasserleitung nach Komotau. Wir umrunden den See, der aus dem angestauten Gröllbach und dem  Neuhauser Flößbach entstand. Wir wandern zurück zur 3. Grundmühle. Meine Lehrfirma, die Spedition Weinert, hatte u.a. einen 3- Achser Tatra LKW. Dieser war als Mehrzwechfahrzeug ausgestattet.Mal fuhr er ohne Bordwände (für Langeisen), mal mit Niederbordwänden (für Kohle und Sand), mal mit Möbelwagenaufsatz. Und dann, an Sonntagen mit Omnibusaufsatz. Also, an der 3. Grundmühle stand der Weinert mit Omnibus. Mit dem fahren wir dann nach Komotau zurück. Guten Appetit auf die "Eierschwomme".
Im Jänner 2005 erreichte das Internetteam die Nachricht, daß das bereits marode Gebäude der dritten Grundmühle wohl Ende 2004 abgerissen wurde. Unten sehen Sie zwei der letzten Fotos vom Herbst 2004. Die Natur und die Vogelstimmen sind wohl das einzige, was so geblieben ist, wie anno dazumal.
...und der Bach rauscht vorbei, als wäre nichts gewesen !

Grundtalallee
Grundtalallee mit Schmidt- Denkmal
und 1. Grundmühle
Grundtalweg bei Sebastiansberg
Grundtalallee
Drei Täler treffen aufeinander:
Grundtal (Mitte), Gröllbachtal (rechts)
und Tal des Krimabaches (links)
Erste Grundmühle
Zweite Grundmühle
Dritte Grundmühle
(Ältere Ansichtskarte)
Dritte Grundmühle
Die 3. Grundmühle wurde
im Jahre 2005 abgerissen.
3. Grundmühle im Herbst 2004
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Photos von 2017
Grundtalstraße
Der Assigbach
Marterl an der Talsperre (Reichl)
Die Mauer der Talsperre
Grundtalstrasse
Talsperre
Talsperre
2. Grundmühle
Forsthaus Gröllmühle
Flora
1. Grundmühle
Neuhauser  Moor
Ursprung des Neuhauser Flößbaches
Am Haßberg
 
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