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Weihnachts- Prosa - Der Sudetendeutsche Heimatkreis Komotau

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Weihnachts- Prosa

Das Jahr 2018 > Weihnacht 2018
Adventssehnsucht

Weißer Reif liegt auf den Zweigen, erstarrt ist ringsum die Natur,
zu Ende ist des Jahres Reigen, Erinnerungen bleiben nur.
Am Fenster - still - im warmen Zimmer wandert mein Blick unendlich weit,
bei Adventsmusik und Kerzenschimmer seh' ich die Heimat im Winterkleid ...
... wand're durch dunkle Tannenwälder und steig' auf Bergesgipfel dann,
schau über schneebedeckte Felder, so weit mein Auge reichen kann.
... erleb' noch mal den böhmischen Winter und rodle jauchend die Hänge hinab,
eine Schneeballschlacht und fröhliche Kinder - und weiß, was ich verloren hab.
Was uns von alldem nur geblieben, sind Wünsche nach Geborgenheit,
nach Menschen, Stätten, die wir lieben, der Jugend und Glückseligkeit.
Doch so sehr wir uns auch jetzt beeilen, wir holen die Zeit nicht wieder ein,
nur in Gedanken dürfen wir verweilen
und noch einmal richtige Lausigel sein.

M. B.
Dezembertraum

Wenn ich im Advent am Fenster steh und schau in den Garten hinaus,
ist mir, als ob ich heimwärts geh - zurück in mein Elternhaus.
Da fällt mir dann manches wieder ein, was ich das Jahr über fast vergessen,
ich such nach Rezepten von Leckereien bis hin zum Weihnachtsessen.
Dann will ich wieder Quarkbrezeln machen, gebratene Äpfel mit Zucker und Zimt,
Liwanzen, Dalken und andere Sachen, mit Zutaten, wie man sie im Erzgebirg nimmt.
Und in der Stube duftet es dann - süße Plätzchen - ich widersteh'
ihnen kaum, eine leise Sehnsucht hält mich im Bann und ich freu mich schon auf den Tannenbaum.
Wenn erst die Kerzen ihr Licht verströmen - die Krippe steht - und der Weihrauch glimmt -
spür ich, daß sowohl hier - wie früher in Böhmen - dem Weihnachtsfest nichts seinem Zauber nimmt.

M. B.


Beide Gedichte, unterschrieben mit M.B., befanden sich im Nachlass von
Lotte und Anton Harich. Wer weiß, um
wen es sich bei der Autorin handelt? (Vermutung: Maria Buhl geb. Neudert)
 
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