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Ostern - Der Sudetendeutsche Heimatkreis Komotau

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Ostern

Auferstehung in der Bergkapelle Winteritz
In Gabrielahüttten
Ostern in Gabrielahütten
nach
"Erinnerungen an Gabrielahütten" von Josef Kempf


Das Osterfest begann auch in Gabrielahütten mit der Palmenweihe am Palmsonntag in der Kallicher Kirche. Die Palmzweige des Vorjahres auf dem "Herrgottsbrattl" wurden gegen geweihte ausgetauscht, um Gottes Segen und neues Glück in die Stube zu bringen. Zeitig genug würde in einer kleinen Schüssel mit der Ostersaat begonnen, damit zum Fest ein Osterhase und kleine gelbe Küken in das frische Grün gesetzt werden konnten., die von neuem Leben und dem Erwachen der Natur künden sollten.
Es gab strenge Sitten, die auch eingehalten wurden. In der Marterwoche wurde keine Wäsche gewaschen und die Betten nicht neu überzogen. Von Aschermittwoch bis zum Ostersamstag war strenge Fastenzeit. Der Karfreitag wurde als ein Trauertag begangen, an dem weder gesungen, gepfiffen, noch Musik gemacht werden durfte. Die Mahlzeiten waren fleischlos. Es war ein strenger Fasttag. Ab Gründonnerstag ruhte auch das Glöckchen auf der Schule. Das Läuten wurde von den Gunge durch das Schnorrngiehe ersetzt. Vom Stellplatz an der Mühle ging es, zweimal am Tag, im Gänsemarsch mit lautem Geklapper durch das Dorf.
Bei der Betstelle am Forsthaus wurde knieend ein Vaterunser und Ave Maria gemeinsam laut gesprochen. Am Ostersamstag wurden in den Familien die Osterlaibe in der Größe eines runden Brotes, auf dem oben ein Kreuz eingeschnitten wurde, gebacken. In älterer Zeit künigten Böllerschüsse das Ende der Fastenzeit an. Dieser Brauch wurde in Form von "Büchsenschießen" bis in die letzten Jahre erhalten. Eine leere Farbbüchse wurde mit Karbit gefüllt, Wasser hinzu und durch ein Loch entzündet. Mit lautem Knall flog der Deckel davon.
Am Ostersonntag wurde schon frühzeitig vor dem Kirchgang nach Kallich das Osterwasser aus dem Töltschbach* geholt. In früheren Jahren hat eine Musikkapelle mit ihren Klängen, vom Buquoyfelsen aus, die Auferstehungsfreude den Menschen verkündet.
Am Ostermontag gingen die Gunge zum "Aufpeitschen".  Mit drei geflochtenen Weidenruten, am Ende bunte Kreppstreifen angebracht, wurde von Haus zu Haus gezogen, damit kräftig an die Wohnungstür geschlagen und dabei laut das Sprüchleine gesagt: "Rute, rute Eier raus, sonst peitsch mer de Madln aus, wenn r kaane Madln hobt, peitsch mer ihne selwer aus." Dafür gab es dann ein paar Heller, Zuckereier oder auch ein farbiges rotes, gekochtes Ei.
* Der Töltschbach entspringt zwischen Kleinhan und Ladung und mündet bei Gabrielahütten in die Natschung. Das Töltschtal, nördlich von Görkau wird von der Biela durchflossen, welche auf der Upila Wiese bei Bernau, etwa 7 Kilometer entfernt entspringt. Es handelt sich demnach um zwei verschiedene Begriffe.
Schnorrngieh
Aufpeitschen
Orgel des Würzburger Kiliansdomes
Grand Choeur Dialogué - Eugène Gigout
Ander Orgel Prof. Schmidt


 
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