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Ein Leben für die Bildende Kunst - Der Sudetendeutsche Heimatkreis Komotau

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Ein Leben für die Bildende Kunst

Der Maler Karl Heinz Wagner gestorben
Ein Leben für die bildende Kunst
      Karl Heinz Wagner verstorben
Große Trauer erfüllte den Heimatkreis Komotau zu Beginn des Jahres 2020. Der große Maler und Grafiker

Karl Heinz Wagner

hat sein erfülltes Leben in die Hände Gottes zurück gegeben.

In Dietzenbach, Kreis Offenbach verstarb er im Alter von 94 Lebensjahren an den Folgen eines Schlaganfalles.
Karl Heinz Wagner wurde am 24.5.1925 in Komotau /Sudetenland geboren. Lehr- und Gesellenjahre bei den Kirchenmalern Brüder Hennlich.

Aus dieser Zeit beschreibt die Komotauer Schriftstellerin Grete Adam- Jäckel den Künstler K.H.Wagner:
"Lang und beschwerlich war der Weg des schon in früher Kindheit mit dem Zeichenstift und der Farbe verfallenen kleinen Buben aus der ´unteren Stadt´, wo die Gassen etwas weniger breit und kaum gepflastert waren, die Häuser anspruchslos sauber, die Menschen gutnachbarlich vertraut, einfach, bescheiden, hilfsbereit. Die Ebene begann dort und es spiegelte sich eine fleißige, geruhsam durchpulste andere Welt als in der ´oberen Stadt´." Gemeint sind die Gassen nahe des Mannesmann- Werkes Pyramiden- , Schweden und Gasgasse.
Am 9.Juni 1945 mußte Wagner am Komotauer Todesmarsch nach Gebirgsneudorf teilnehmen. Auch das anschließende Arbeitslager in Maltheuern blieb ihm nicht erspart. Eine Anzahl Federzeichnungen von Wagner sind die wenigen Bilddokumente, die aus dieser schrecklichen Zeit existieren.
Nach der Vertreibung 1946 kam er über Schwanebeck bei Halberstadt und Offenbach/M. nach Dietzenbach in Hessen.
1947 studierte er ein Semester bei dem Tiermaler Heinz Rammelt und 1958/59 drei Semester an der Städelschule Staatliche Hochschule für Bildende Künste in Frankfurt/M. bei Walter Hergenhahn.
In Dietzenbach erwarb Wagner das Fachwerkhaus Schäfergasse Nr.16. Es war für Wagner und seine Familie fortan Wohn- und Wirkungsstätte. Das Gebäude war ein früherer Bauernhof. Der Kuhstall wurde zur Galerie umgebaut. Das Atelier befindet sich, zugänglich durch eine schmale Stiege, am Dachboden.
Von 1970 bis 1984 war er Dozent an der Volkshochschule in Dietzenbach. Von 1982 bis 1988 war Wagner erster Vorsitzender im Bund für freie und angewandte Kunst in Darmstadt. Zahlreiche Ausstellungen im In- und Ausland haben ihn bekannt gemacht.
Wagner erhielt 1978 den Kulturpreis des Kreises Offenbach, 1985 den Kulturpreis der Stadt Dietzenbach.
Im Jahre 1985 wurde ihm die Adalbert Stifter Medaille der Sudetendeutschen Landsmannschaft und den Komotauer Ehrenbrief mit Ehrenzeichen verliehen. Diese Preise und Urkunden zieren die Wand seiner Galerie in der Schäfergasse 16.
1986 Goldplakette der Accademia d´Italia "Premio d`Italia", 1988 Förderpreis der Heussenstamm- schen Stiftung der Stadt Frankfurt/M., 1994 Europa Kunstplakette in Gold, des Europäischen Kulturpreises Baden- Baden, 2000 Ehrenmitglied des Berufsverbandes Bildender Künstler in Frankfurt/M, 2. Preis bei der Dritten großen Kunstausstellung in Bürstadt (Künstlerverein Bürstadt).
Am 20.2.2003 erhielt Karl Heinz Wagner die höchste Auszeichnung des Landes Hessen, den Landesehrenbrief.
Just zu dieser Zeit stieg Wagner im Alter von 78. Jahren in das Zeitalter des Internet ein. Er schuf gemeinsam mit seinem Webmaster Helmut Mürling eine Webseite über seine Techniken. Weiterhin aber war er in Sachen „bildende Kunst“ tätig. Bei neuen Maltechniken, wie der Malerei mit Malerwalzen war unübertroffen.
Aus der Zeit nach der Vertreibung sind seine Federzeichnungen von Komotau und Umgebung „Rosenpark“, „Parksäle“, „Schloß Rothenhaus“ und „Blick aus dem Fenster“ und „Weihnachtsmarkt an der Dekanalkirche“ bekannt. Der „verhängnisvolle Maskenzu von Görkau“, das „alte Komotauer Gymnasium“und der Marktplatz mit Katharinakirche und Rathaus sind im Besitz der Komotauer Stuben.
Für alle Orte des Landkreises schuf er zu den Texten von Otmar Kreißl erläuternde Zeichnungen. Von Quinau und der Quinauer Madonna existieren Aquarelle aus den vergangenen Jahren.
Bei all seinen Unternehmungen standen Wagner seine Frau Lilo und seine Tochter Sylvia zur Seite.
Karl Heinz Wagner war aktiv bis ins hohe Alter mit über 85 Jahren. Er nahm, gemeinsam mit seiner Tochter Sylvia Bugla, selbst künstlerisch tätig, an regelmäßigen Ausstellungen seiner neuen Heimatstadt Dietzenbach teil.
In der Volkshochule hatten Bilder von ihm einen festen Platz im Foyer. Das Schaufenster der Stadtapotheke zierte stets ein Werk von Wagner als „Bild des Monats“.
Das hohe Alter forderte seinen Tribut. Karl Heinz Wagner klagte seit gerauner Zeit über ein Augenleiden, das ihn seine Umgebung nur eingeschränkt wahrnehmen ließ. Im Herbst 2019 erlitt K.H.Wagner einen Schlaganfall. Er kam ins Krankenhaus Offenbach und danach zu einer Reha- Maßnahme.
Wagner war bei klarem Verstand.Er wußte, dass es mit ihm zu Ende ging. Er wollte zu Hause sterben. Das Weihnachtsfest 2019 erlebte er noch im Kreise seiner Familie. Mit dem Jahre 2019 war auch Wagners Leben zu Ende. Er ist am 31.12.2019 friedlich eingeschlafen.
Komotau und das Erzgebirge brachte zahlreiche bildende Künstler hervor. Stellvertretend für alle anderen mögen hier genannt sein:
Gustav Zindel, Otto Bertl, Luis  Zimmermann, Franz Neundlinger, Walter Gahlert, Adolf Sachs, Fritz Köhler und Karl Heinz Wagner.
Er war  der letzte noch lebende Maler der alten Heimat gewesen.

Helmut Mürling
Kulturbeauftragter des Heimatkreises Komotau
02.01.2020

St. Ägidius Görkau
Öl
Horatitz
Tempera
Parksäle
Federzeichnung

Wallfahrtskirche Quinau
Aquarell
 
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