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Die Staatsgewerbeschule - Kopieren - Der Sudetendeutsche Heimatkreis Komotau

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Die Staatsgewerbeschule - Kopieren

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Der 1902 errichtete Neubau der Staatsgewerbeschule  in der Waisenhausstraße    
Die Staatsgewerbeschule in Komotau
Obiges Bild zeigt das im Schuljahr 1926/27 um ein Obergeschoß und das ausgebaute Dachgeschoß vergrößerte Schulgebäude
Obiges Bild zeigt das im Schuljahr 1926/27 um ein
Obergeschoß und das ausgebaute Dachgeschoß vergrößerte Schulgebäude.
Lehrwerkstätten in der Prager Straße.
später Mädchen Volksschule
Schlosserei in der Staatsgewerbeschule Komotau
Staatsgewerbeschule
Die logische Konsequenz auf die Lehren des Ritter von Gerstners war die Errichtung einer entsprechenden Bildungseinrichtung zur Ausbildung von entsprechenden Fachleuten zum Bau von Maschinen und Werkzeugen. Der Bedarf an Fachkräften war zur Gründungszeit enorm hoch. Die herkömmliche Meisterlehre mit Berufsschule reichte bei weitem nicht aus, um den Führungskräften das Fachwissen zu vermitteln, das für ihren Beruf erforderlich war.
Am 16.7.1874 erfolgte die feierliche Grundsteinlegung für den Bau eines ebenerdigen Schulgebäudes an der Prager Straße. Die Pläne für den Schulbau stammten von dem Bau- und Maschineningenieur Christian Theodor Reuter, einem gebürtigen Schleswig- Holsteiner. Er wurde auch zum ersten Direktor der Lehranstalt ernannt.
Vormittags fand der  theoretische Unterricht statt, Mathematik, Physik, Maschinenkund, konstruktives Zeichnen, Freihandzeichnen, Rundschrift und Englisch. Am Nachmittag war praktischer Unterricht: Modelltischlerei,- dreherei, Schlosserei, Schmiede, Eisendreherei und Gießerei. Die Erfolge waren so groß, daß nach anfänglicher Voreingenommenheit, bald viele Kreise des Kleingewerbes sehr gerne Absolventen der Schule einstellten.
Am 1.1.1909 erhielt die Schule offiziell den Namen Staatsgewerbeschule. Der neue Direktor Hugo Lipowsky führte die Fächer Bürgerkunde, Gewerbehygiene und Tschechisch ein. Im Jahre 1916 kam neben dem normalen Schulbetrieb noch das Fach "Invalidenschulung" hinzu. Die
Kriegsbeschädigten des 1. Weltkrieges sollten eine entsprechende Schulung erhalten, durch Arbeit ihren Lebensunterhalt verdienen zu können. Die Kurse waren nach Art der Behinderung und Vorbildung ausgerichtet.
Direktor Reuter gründete den Gewerbeverein für Komotau und Umgebung. Unter den Schulbewerbern waren auch viele Ausländer aus allen Ländern Europas. Die Chancen, eine Anstellung für Absolventen nach Schulabschluß waren groß. Sie fanden Beschäftigung in leitender Position bei Großbetrieben und in der Offizierslaufbahn.
Mit Beginn des Schuljahres 1881/ 82 erhielt die Schule den Maschineningenieur Alfred Musil zum neuen Direktor. Während seiner einjährigen Tätigkeit wurde das Fach Technologie aufgenommen. Hier wurde eine stärkere Betonung der Maschinenlehre den Anforderungen der Praxis mehr gerecht. Am 15.11.1882 übernahm Moritz Prasch die Schulleitung. Die Schule erhielt 1883 den Namen" Maschinengewerbliche Fachschule".
Unter Bürgermeister Anton Schiefer erfolgte der Neubau der Staatsgewerbeschule. 1901 begann das Komotauer Unternehmen C.John mit dem nach Plänen des Wiener Architekten Pasdirek - Coreno. Am 16.9.1902 konnte der Unterricht aufgenommen werden. Der neugeschaffene elektrotechnische Kurs war sofort stark besucht. Die organisatorische Ausstattung dieses Kurses war Ministerialrat Dr. Adolf Müller zu verdanken. Die Einrichtung der Werkstätten und Laboratorien wurde Prof. Ing. Wilhelm Hönig aus Wien übertragen. Er unterrichtete auch für einige Jahre an der Schule.
Neben der eigentlichen Invalidenschule gab es noch die Orthopädische Invalidenschule, die dem Komotauer Bezirkskrankenhaus angeschlossen war. Die Erfolge waren gut. Die Behinderten gingen ausnahmslos mit unbeugsamem Willen und eisernem Fleiß an ihre Arbeit, und standen vielfach in ihrer Leistung einem Nichtbehinderten in keiner Weise nach.
Wegen der politischen Neuordnung wurde die Schule zur tschechoslowakischen Staatsanstalt. Am 27.6.1924 verfügte das Ministerium die Errichtung einer Höheren Gewerbeschule für Elektrotechnik . Der Andrang war so groß, daß die Hälfte der Bewerber abgewiesen werden mußte. Die Führung des Titels "Ingenieur" war den Absolventen untersagt. Dieser Titel war Hochschulabsolventen vorbehalten. Das Wirtschaftsministerium konnte allerdings den Titel nach langjähriger erfolgreicher Tätigkeit den Absolventen der Staatsgewerbeschule verleihen.
Nach Anschluß des Sudetenlandes 1938 wurde der Tschechischunterricht abgeschafft. Die Schulen hießen fortan Ingenieurschulen. 1945 wurde die Staatsgewerbeschule, wie alle deutschen Schulen als deutsche Bildungseinrichtung aufgelöst.
 
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