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Bischof Karl Boromäus Hanl - Kopieren - Der Sudetendeutsche Heimatkreis Komotau

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Bischof Karl Boromäus Hanl - Kopieren

Walhalla der Persönlichkeiten > Excellenzen, Hochwürden
Excellenz Karl
Boromäus Hanl
aus Komotauer Heimatzeitung Mai 1979

Seine Excellenz Karl Boromäus Hanl, hochwürdigster Bischof von Königgrätz, Edler von Kirchtreu, Sr. päpstlichen Heiligkeit Hausprälat und Thronassistent, Inhaber des Großkreuzes des Franz Josefs Ordens, Geheimer Rat und Jubelpriester.

Alle diese Titel durfte ein in Körbitz, Kreis Komotau, gebürtiger Mann führen: Karl Hanl. Er wurde im Jahre 1782* als Sohn unbemittelter Eltern geboren. Er studierte in Komotau am Gymnasium, in Prag an der Karlsuniversität Philosophie und Theologie. Am 8. September 1805 hat er die Priesterweihe erhalten. Darauf folgten Stationen als Kaplan in Kralupp, als Exposit in Warta, als Administrator in Priesenund als Pfarrer in Brunnersdorf. Am 28. August 1822 wurde er zum Kanonikus des Prager Metropolitan- Kapitels gewählt; im Jänner 1824 wurde Hanl vom Prager Fürsterzbischof Chuzansky zum Prager Konsistorialrathe, am 23. Juni 1824 von SR. Majestät, Kaiser Franz I zum wirklichen Gubernialrathe und Geistlichen Referenten im Königreich Böhmen. Am 10.Juni 1832 erhielt er in der Prager Allerheiligen- Kapelle vom Prager Erzbischof die Bischofsweihe., am 10. Juni wurde er als Bischof von Königgrätz inthronisiert.
Im Jahre 1836 assistierte er bei der Krönung ihrer Majestäten des Kaisers Ferdinand und der Kaiserin Maria Anna Pia in Prag. Er wurde daraufhin zu Wirklichen Geheimen Rathe ernannt. Im Jahre 1848 ernannte ihn die Prager Universität zum Doctor der Theologie.
Am 5. September 1855 feierte er sein 50 jähriges Priesterjubiläum und am 10. Juni 1857 seine 25 jährige bischöfliche Konsekration.
Mit allerhöchster Entschließung vom 1. Feber 1861 ertheilten Se. Majestät Franz Josef I ihm das Großkreuz des k.k. Franz Joseph Ordens. Bischof Hanl wurde dann Thronassistent Sr. Heiligkeit und 1872 von Kaiser Franz Joseph I mit dem Prädikat "Edler von Kirchtreu" ausgezeichnet und damit in den Adelsstand erhoben.
Karl Hanl war ein hervorragender Prediger, zählte zu den aufgeklärtesten Kirchenfürsten, der es verstand, gegen alles "Ungehörige" aufzutreten. Als Fest- und Feiertagsprediger mit wohlkingender Stimme  er sich in Prag besondere Achtung erworben.

Karl Borromäus hat aber auch allgemeinwirtschftliche Einrichtungen, wie den Straßenbau, die Obstbaumzucht tatkräftig gefördert und u.a. das Kanbenseminar "Borromäus" in Königgrätz gegründet. Aufgrund der verheerenden Feuersbrunst, die seine Heimatgemeinde heimsuchte, hat Bischof Hanl im Jahre 1850 der Gemeinde eine Wasserspritze geschenkt, welche der Mechanikus Koczek in Klattau um den Preis von 450 fl. gefertigt hat.

* Die Quellen des Sachbearbeiters für Internet geben zweierlei Geburtsdaten an:

1.)  4. September 1782
2.)  17. Oktober 1782
In der Geschichte der hauptmannschaftlichen Bezirke Komotau, Saaz und Kaaden fand ich folgenden Kurzbrief Bischof Hanl`s zum Thema Geburtsdatum:

Wohlgeborener, Verehrter Herr!

Der mir zugesendete Beilagsbogen des "Allgemeinen Anzeigers" für Komotau etc. hat mich auf das Angenehmste überrascht, und ich bringe dafür meinen freundlichsten Dank mit dem Ersuchen, mich unter die Pränumeranten auf zunehmen. Mein Geburtstag ist in selbem anstatt mit dem 4. September mit dem 17. Oktober angegeben und ich ersuche, selben gefälligst verbessern zu wollen
Genehmigen die größte Hochachtung, mit der sich zeichnet
Euer Wohlgeboren ergebenster

Karl, Bischof
Königgrätz, am 4. Februar 1869
 
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