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A.F.Tietz - Kopieren - Der Sudetendeutsche Heimatkreis Komotau

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A.F.Tietz - Kopieren

Walhalla der Persönlichkeiten > Bildhauer
Von Tietz soll es, außer diesem, kein Bildnis geben.
Eig. Foto/ Hofgarten Veitshöchheim
Adam Ferdinand Tietz
der große Bildhauer des Rokoko, ein Sohn unserer Heimat
Text: "Komotauer im Strom der Zeit".


Wer kennt nicht den wunderschönen Hofgarten von Veitshöchheim bei Würzburg, den Rosengarten der Bamberger Residenz und den Garten von Schloß Seehof bei Bamberg. Am Friedhof in Memmelsdorf bei Bamberg, auf dem der große Meister seine letzte Ruhestätte fand, zieren seine Kunstwerke zahlreiche Gräber. In all diesen Stätten hat sich Adam Ferdinand Tietz mit seinen bildhauerischen Kostbarkeiten verewigt. In den prächtigen Erzgebirgs- Wäldern von Eisenberg verbrachten der Bildhauer Ferdinand Tietz und später auch der Komponist Christoph Willibald Ritter von Gluck ihre Jugendjahre. Von hier nahmen sie entscheidende Impulse für ihr späteres Lebenswerk mit.


Im Steinmetzdorf Tschernowitz stand das Stammhaus
der im deutschen Kunstschaffen berühmten Tietz- Familie
Geboren wurde der Bildhauer Adam Ferdinand Tietz am 5. Juni 1708 zu Eisenberg im sudetendeutschen Erzgebirge  als 2. Sohn des Fürst Lobkowitz´schen Bildhauers Johann Adam Dietz. (Ferdinand änderte später seinen Familiennamen in "Tietz".) Getauft ist Tietz in der Pfarrkirche zu Holtschitz, Kreis Komotau.
Adam Ferdinand Tietz lernte zunächst in der Werkstatt seines Vaters und wurde von ihm auch bereits zu größeren Aufträgen herangezogen. Tietz war dann Schüler des großen Prager Bildhauers Matthias Braun. Seine Frühwerke verraten den Einfluss dieses Meisters, der rauschhaft den böhmischen Barock mitgeprägt hat. Als Geselle Brauns hat er vermutlich auch bei der Ausschmückung des Schlosses Kukus (Kreis Trautenau) mitgewirkt. Dieser Bildhauer- Geselle ist wohl dem Fürstbischof Friedrich Karl von Schönborn auch aufgefallen. Er hat den vielversprechenden Künstler nach Würzburg geholt, da ja der Bau der dortigen Residenz bevorstand. Doch unter dem großen sudetendeutschen Baumeister Balthasar Neumann,dem Erbauer der Würzburger Residenz, hatte Tietz wenig Glück. Neumann beschäftigte ihn lediglich mit kleineren Arbeiten. Verschiedene Plastikarbeiten an der Gartenseite der Residenz stammen von ihm. Neumanns große Bildhauer aber waren Antonio Bossi und Jakob von der Auwera.
Im Steinmetzdorf Tschernowitz stand das Stammhaus der im deutschen Kunstschaffen berühmten Tietz- Familie

Das Denkmal in Veitshöchheim
eig. Foto



Denkmalsinschrift: "Adam Ferdinand Tietz" Bildhauer, geboren 1708 zu Holtschitz in Böhmen**Gestorben 1777 zu Memmelsdorf.
Dem genialen Heimatsohne, Schöpfer der Skulpturen des Hofgartens.
** Die Sudetendeutsche Landsmannschaft Veitshöchheim zum zwanzigjährigen Bestehen d. Ortsgruppe 1962 - 1982"
Eig. Foto
Text nach Wikipedia:
Verständlich, daß sich das große Talent Tietz damit nicht zufrieden gab. Mit Würzburg aber beginnt die große Schaffenszeit Tietz´ in Franken, welche insgesamt 34 Jahre bis zu seinem Tode im Jahre 1777 gedauert hat. Seine erste urkundlich belegte Schöpfung in Franken sind die Figuren des Hochaltares in Gaukönigshofen bei Ochsenfurt. Später schuf er eine große Anzahl Figuren für die Schlösser und Gärten in Seehof bei Bamberg, Brühl, Veitshöchheim, Werneck, Engers, und Schönbornlust bei Trier. In der Schloßkapelle von Malberg (Eifel) stehen zehn barocke Skulpturen.
1748 ernannte ihn der Bamberger Fürstbischof Philipp Anton von Frankenstein zum Hofbildhauer und gab in die großen Aufträge seines Lebens: Die ersten Figuren vom Schloßpark Seehof und die Seesbrücke in Bamberg. Danach folgte der Ruf zum Trierer Fürstbischof Franz Georg von Schönborn. Trotz großer Aufträge- Residenzfassaden und Treppenhäuser- hält es ihn nicht an Rhein und Mosel. 1760 ist er wieder in Bamberg, wo ihn Adam Friedrich von Seinsheim wieder zum Hofbildhauer ernennt. Vermutlich aber hatte ihn auch die wärmere Art der Franken, die er schon 17 Jahre zuvor erlebte, wieder zu seiner früheren Wirkungsstätte zurück gezogen.
Fürstbischof Seinsheim war ein vorzüglicher Organisator und schob deshalb Tietz seine unerschöpflichen Wünsche zur Ausschmückung seiner Hofgärten zu. Für den Park am Schloß Seehof und den Residenzgarten in Bamberg gab er etwa 420 Einzelstücke- Figuren, Tiere, Vasen und Sitzbänke in Auftrag. Diese Fülle an Aufträgen konnte Tietz freilich nur mit Hilfe einer großen Mitarbeiterschar bewältigen. Von 1765 bis 1768 kam noch die Ausgestaltung des Schloßparkes in Veitshöchheim dazu.
Zu seinen Werken gehört auch die nicht unerhebliche Anzahl von Plastiken der sakralen Kunst in Kirchen und Kapellen.



Ferdinand Tietz war an fünf Fürstensitzen tätig: Bamberg, Würzburg, Trier, Speyer und Köln und diente unter sechs Bischöfen, darunter drei aus dem Hause Schönborn.
Von Tietz´ Lebenswerk sind die Plastiken im Hofgarten Veitshöchheim am besten erhalten. Die wertvollsten von ihnen befinden sich in den Museen in Würzburg und Nürnberg. Aber auch die Kopien, die jetzt in den Gärten stehen, lassen erkennen, welche Pracht einst in Veitshöchheim vorgeherrscht haben mag. Die am besten erhaltene Figurengruppe (im Park im Original) bildet den Musenberg "Parnaß" im großen See. Ungewöhnlich ist der Themenkreis, den Tietz geschaffen hat. Im weiteren Garten finden wir olympische Götter, Meerestiere, die vier Jahreszeiten, Musikanten, Tänzer, Sphinxen, Fabeltiere und andere in Stein gehauene Wesen.
In allen diesen Schöpfungen zeigt sich Tietz als lebensfrohen Menschen, als Schöpfer schöner Frauen und als Former der mythologischen Welt.
Entgegen der Gewohnheit anderer bildender Künstler, hat sich Tietz selbst nirgends irgendwo verewigt, es ist jedenfalls kein Selbstbildnis des Künstlers bekannt. Auf Initiative der Sudetendeutschen Landsmannschaft, Ortsgruppe Veitshöchheim, ist an der Außenmauer des Veitshöchheimer Hofgarten im Jahre 1982 ein Denkmal des Künstlers entstanden.
Das Leben unseres Meisters ist genau so bewegt, wie seine Kunst. Es war allerdings keineswegs so heiter wie diese. Er war wirtschaftlich nicht so gesichert wie sein Rivale Wolfgang von der Auwera, der große Bildhauer der Würzburger Residenz.
Der Lebensabend Ferdinand Tietz` war recht traurig. Als sich sein Arbeitgeber, der große Gartenfreund Adam von Seinsheim, der ihn einst zum Hofbildhauer ernannt hatte, mehr dem klassizistischen Stilempfinden zuwandte wurden die Aufträge an Tietz immer spärlicher.
Arm und vereinsamt starb er nach mehrmonatiger Krankheit am 17.Juni 1777 im Alter von 70 Jahren in Seehof und wurde auf dem nahen Memmelsdorfer Friedhof, den seine Werkstatt reich mit Figuren bestückt hatte, beerdigt.
 
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